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Ein Winter, der kein Winter war...
01.03.2007: Heute startete der meteorologische Frühling und damit geht gleichzeitig der Winter zu Ende. Doch was war das denn für ein Winter?
  Nach einem deutlich zu milden Herbst 2006, der durchschnittlich 3,4 Grad Celsius zu warm war, deuteten viele Wetterregeln auf einen kalten Winter hin. Allein britische Wissenschaftler setzten mit ihren Modellen auf einen milden Winter für unseren Bereich. Dabei beobachten sie die Oberflächenwassertemperaturen des Nordatlantiks und errechnen so die mögliche Witterung des Winters. Der Dezember wurde überwiegend von atlantischen Tiefdruckgebieten bestimmt, sodass mit der südwestlichen Strömung sehr milde Luft zu uns gelangt ist, die am Ende des Monats für ein Plus von 4,9 Grad Celsius gesorgt hat. Lediglich an drei Tagen im Dezember gab es Frost und die Tiefsttemperatur des Monats lag auch nur bei mickrigen –0,4 Grad Celsius. Ganz in grün ging da natürlich auch das Weihnachtsfest über die Bühne, lediglich am 28. bildete sich vorübergehend eine Schneedecke, was damit gleichzeitig der erste Schnee der Saison für Neumünster bedeutete.
  Winterfans hofften auf den Januar, der ja der Hochwintermonat ist und damit noch ordentlich Schnee und Eis bringen kann. Doch auch dieser wurden von kräftigen atlantischen Tiefs bestimmt, die weiterhin mildes und nasses Wetter brachten. Fast die zweieinhalbfache Regenmenge ging mit 174,2 Litern pro Quadratmeter über Neumünster nieder. Nur an drei Tagen im Januar blieb es trocken, im Dezember gab es immerhin sechs trockene Tage. Die Mitteltemperatur im Januar betrug in der Schwalestadt 5,5 Grad Celsius und lag damit 5,3 Grad Celsius über dem Normalwert (1961 – 90). Immerhin gab es am 24. einmal mit –7,4 Grad Celsius mäßigen Frost. Auch zwei Eistage (23., 24.), also Tage, an denen die Temperatur nicht über den Gefrierpunkt klettert, konnte der erste Monat im Jahr 2007 bieten. An fünf Tagen gab es Frost. Bemerkenswert ist auch noch der Orkan „Kyrill“, der am 18. über ganz Deutschland zog und für schwere Zerstörungen sorgte und den Norden eher verschont ließ. Orkan „Kyrill“ reihte sich in die Kette der zahlreichen Tiefs, die sich auf dem Nordatlantik bildeten und dann eins nach dem anderen über die Nordsee über uns hinwegzogen. Diese zahlreichen Tiefs sind ein sehr typisches Zeichen für einen sehr milden Winter.
  Und dieser milde Winter wollte seinem Charakter wohl treu bleiben und brachte uns auch noch einen milden Februar. Der zwar schon teilweise leichte Züge von Winter hatte, aber am Ende wieder eine erhöhte Temperatur von 3,5 Grad Celsius anzeigte, was einem Plus von 2,7 entspricht. Beim Niederschlag traf der Februar ziemlich genau den Normalwert.
  Damit haben wir den mildeste Winter seit Wetteraufzeichnung erlebt, denn mit dem sehr milden Winter 1989 / 90 kann dieser locker mithalten. Bei der Temperatur lag der Winter durchschnittlich um 4,6 Grad Celsius über dem Normalwert und erreicht damit in Neumünster eine der höchsten Abweichungen in ganz Deutschland. Durch den sehr nassen Januar ist der Winter insgesamt auch etwas zu nass gewesen. An Sonnenschein hat die Stadt im Herzen Schleswig-Holsteins etwas mehr als üblich abbekommen.
  Ist das jetzt ein Zeichen für den Klimawandel? Wird den Menschen dadurch deutlich, dass wir mit unserem blauen Planeten besser umgehen müssen? Der Winter 2006/7 einzeln betrachtet ist zwar ein außergewöhnliches Wetterereignis, aber noch kein eindeutiges Indiz für den Klimawandel. Die Häufung solcher Ereignisse zeigt erst die Veränderung des Klimas. Bei einer weiteren Entwicklung unseres Klimas, das sehr wahrscheinlich zu einem Großteil von uns Menschen beeinflusst wird, in dieser Fahrrinne ist sicherlich zu erwarten, dass wir zukünftig in Neumünster häufiger Winter ganz ohne Schnee erleben werden.

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