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Sommerbilanz
01.09.2007: Gestern endete meteorologisch gesehen der Sommer undheute beginnt der meteorologische Herbst. Heute erst, könnte man sich vielleicht bei dem Wetter der letzten Tage fragen. Zumindest könnte man diesen Grund als Tatsache mal nehmen und einen Rückblick auf den Sommer 2007 zu werfen. Hier also der Rückblick aus Neumünster.
19 Tage mit Regen im Juni, 30 (!) Tage mit Regen im Juli und 19 Tage mit Regen im August sind die Bilanz der drei Sommermonate. Dadurch kam natürlich dieses Gefühl des "schlechten" Sommers auf. Dabei war er nicht mal zu kühl, sondern durchweg zu warm. Hier die Mittelwerte der einzelnen Monate: Juni: 17,1 °C (+ 1,7 °C); Juli: 16,9 °C (+ 0,4 °C) und der August: 17,4 °C (+ 1,2 °C). Der Überschuss von mehr als 70 Litern auf den Quadratmeter setzt sich, wie folgt zusammen: Juni: 110,4 mm (+ 28,0 mm / 134,0 %); Juli: 153,4 (+ 59,3 mm / 163,0 %) und der August: 60,6 mm (-13,0 mm / 82,3 %). Zu der Regenmenge vom August muss man aber auch sagen, dass Neumünster am 22. August nur knapp einer deutlich höheren Niederschlagsmenge entkommen ist. An dem besagten Mittwoch sind schwere Gewitter über Schleswig-Holstein gezogen. Die erste Ladung ist südlich vorbeigezogen und die zweite nördlich. Dort gab es dann vor allem im Kreis Schleswig-Flensburg schwere Überschwemmungen. Während nur wenige Kilometer südlich das Jahressoll in Sachen Niederschlag bereits erreicht ist, fehlen in Neumünster noch gut 120 Liter auf den Quadratmeter.
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Zurück zum Sommer: Die höchste Temperatur des Sommers wurde in dem aktiv belüfteten Stahlungsschutz an meiner Station am 16. Juli um 16.22 Uhr mit 33,5 °C erreicht. Die kälteste Temperatur des Sommers wurde am 29. August um 2.13 Uhr mit 7,3 °C gemessen. Am Boden waren es zu der Zeit sogar nur 6,1 °C. Sommertage (Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 25,0 °C) wurden 15 erreicht (Juni: 6; Juli 4; August: 5). Der 16. Juli war der einzige heiße Tag (Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30,0 °C). Letztes Jahr gab es zum Vergleich 13 heiße Tage im Sommer. Die 20-Grad-Marke wurde an 18 Tagen im Juni, 18 Tagen auch im Juli und 23 Tagen im August erreicht.
Der Sommer hatte zwei Starkregentage (Tage mit mehr als 20 mm Niederschlag) im Gepäck: 26. Juni mit 25,8 Litern pro Quadratmeter und der 24. Juli mit 44,8 Litern pro Quadratmeter.
Von der Sonne wurden wir in allen drei Monaten unterdurchschnittlich verwöhnt. Im Juni gab es 194,6 (87,0 %), im Juli 181,7 (91,1 %) und im August 195,7 Sonnenstunden (96,7 %).
Bemerkenswert war am 26. Juni noch das Orkantief "Uriah", das in Neumünster zwar nur für eine Windböe von 54,7 km/h (7 Beaufort) gesorgt hat, aber auf Helgoland 400 Tagesgäste festsitzen ließ. Bisher ist ein Orkantief im Juni noch nicht aufgetreten, da die Temperaturunterschiede zwischen den Subtropen und der Polarregion normalerweise zu niedrig sind, damit sich solche gewaltigen Tiefdruckgebiete bilden können. Dieses Jahr ist es aber überraschenderweise passiert. Das Orkantief "Uriah" reihte sich in eine Kette sehr starker Tiefdruckgebiete ein, die schon im Juni eine Tendenz für den Sommer ankündigten: Ein starkes Auftreten der Tiefdruckgebiete auch in unserem Bereich, die mit westlichen Winden immer wieder Regenwolken zu uns schicken wollten. Das ist ihnen auch fast durchgängig bis heute gelungen. Zwischendurch konnten sich höchstens für ein paar Tage Hochdruckgebiete halten oder es reichte nur für ein Zwischenhoch.
Dieses Jahr traf die Siebenschläferregel ein, aber auch die britischen Forscher, die uns mit 80%-iger Wahrscheinlichkeit einen zu warmen Sommer prognostizierten hatten mit ihrer Aussage Recht.

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