Seite drucken!

zur Homepage...
Das war der Sommer...
02.09.2006: Mit dem Ende des Augusts ist meteorologisch gesehen der Sommer schon vorbei. Dieser Sommer war ein ganz besonders abwechslungsreicher, da es im Juni typische Sommerwärme mit meist freundlichem Wetter gab, der Juli Rekordtemperaturen, Trockenheit und viel Sonnenschein im Gepäck hatte und dann der August eher mit viel Niederschlag und deutlich kühleren Temperaturen schon an den Herbst errinnerte. Grund für diese deutlichen Gegensätze waren die unterschiedlichen Großwetterlagen. Im Juli 2006 war die Frontalzone weit in den Norden gedrängt worden, sodass Mitteleuropa die meiste Zeit in den Genuss des subtropischen Hochdruckgebietes kam. Doch im August 2006 verlief der Polarjet deutlich weiter südlich, meist bis zu den Alpen. Dadurch konnten in rascher Folge immer wieder Tiefs von Gröndland / Island nach Mitteleuropa ziehen und brachten sehr wechselhaftes Wetter mit vielen Schauern und häufigem Regen. Nur mit kleinen Unterbrechungen war der Juli durchweg sonnig und meist trocken, doch der August bot fast ausschließlich wechselhaftes Wetter. An den Messdaten der Wetterstation Neumünster kann man den Unterschied gut sehen: Im Juli gab es nur 12 Regentage, davon hatten 8 Tage mehr als 1 Millimeter Regen gebracht. Im August konnten 23 Regentage registriert werden, von denen 19 mehr als 1 Millimeter vorweisen konnten und vier sogar mehr als 20 Liter auf den Quadratmeter.
  Der gesamte Sommer war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes mit einem Mittelwert von 18,0 Grad um 1,7 Grad Celsius zu warm. Der ausschlaggebende Faktor für diese positive Abweichung war der Juli 2006, der seit 1901 der wärmste Monat in Deutschland war. Im Juni und Juli herrschte vor allem in Nord- und Ostdeutschland Trockenheit, die dann im August durch Niederschlagsmengen von örtlich mehr als 300 Prozent der üblichen Menge übertroffen wurde. Auch die Sonne schien über den gesamten Sommer gesehen in Deutschland länger als üblich. Mit 730 Stunden entspricht die Sonnenscheindauer 121 Prozent vom langjährigen Mittel. Dazu trug wieder überwiegend der Juli bei, denn er war der sonnenscheinreichste Monat seit Aufzeichnungsbeginn in Deutschland. Im Gegensatz dazu war vielerorts der August der sonnenscheinärmste Monat seit über 50 Jahren.

...zurück