08.05.2009: Nachdem es schon am 3. Mai in
Büdelsdorf einen schwachen Tornado gegeben hat und der auch noch zufällig
von der Webcam des SH-Netz-Mitglieds Michael Green aufgezeichnet wurde,
kam es am 8. Mai auf einer breiten Linie in Schleswig-Holstein und Hamburg
zu markanten Wettererscheinungen.
Die Feuerwehren haben zahlreiche umgeknickte Bäume beseitigt
und blockierte Straßen freigeräumt. Schwere Sturmböen und
eine starke Gewitterlinie hatten am Abend des 8. Mai in Hamburg und Schleswig-Holstein
erhebliche Schäden angerichtet. In der Hansestadt kenterten Segelboote
auf Elbe und Alster und zahlreiche Bäume stürzten um, da diese
bereits belaubt sind und damit eine größere Angriffsfläche
für den Wind bieten. Der U-Bahnverkehr an den Landungsbrücken
war zeitweise unterbrochen, weil ein Festzelt vom Hafengeburtstag auf die
Schienen gestürzt war. Im Nordosten Hamburgs fuhr eine S-Bahn gegen
einen Baum. Zwei Fallschirmspringer, die beim Hafengeburtstag in Hamburg
ihre Sprünge zeigen wollten, wurden von der Gewitterfront wohl überrascht
und über 20 Kilometer weit getrieben - einer landete in Trittau, der
zweite in Barsbüttel. Ein dritter Springer konnte noch in der Elbe
landen und wurde mit leichten Unterkühlungen aus dem Wasser geholt.
Blitzeinschläge setzten zwei Häuser im Kreis Nordfriesland
in Brand. Auf der A215 zwischen Kiel und Neumünster flogen Baustellenabsperrungen
durch die Luft und in der Nähe der Nordseeinsel Neuwerk wurde eine
Schulklasse bei einer Wattwanderung vom Unwetter überrascht. Bei starkem
Regen und heftigen Windböen retteten sich die zwölf Schüler
einer achten Klasse aus Timmendorfer Strand und ihre Lehrerin im Wattenmeer
auf eine Schutzplattform. Mit einem Traktor konnten die Schüler und
ihre Lehrerin schließlich unverletzt in Sicherheit gebracht werden.
In Neumünster besteht der Verdacht, dass ein schwacher
Tornado im Bereich Stettiner und Breslauer Straße für Sachschäden
gesorgt hat. Innerhalb weniger Minuten sind auf dem Gelände des Polizei-SV
Union und der Freien Turnerschaft Neumünster (FTN) in der Nähe
des Flugplatzes Neumünster erhebliche Schäden entstanden: An
einem kleineren Holzhaus entstand Totalschaden. Das Dach hob ab und landete
auf der anderen Straßenseite der Stettiner Straße an einem
Auto. Auch Zuschauerbänke und etliche Fahrräder wurden umhergewirbelt.
Ein paar Straßen weiter in der Breslauer Straße wurden Baugerüste
in Mitleidenschaft gezogen und zwei Baustellentoiletten durch die Luft
gewirbelt. Dabei wurden Autos beschädigt.
Das Eintreffen der Gewitterfront kann anhand der Wind- und Temperaturdaten
von der Wetterstation Neumünster gegen acht Uhr abends gut nachvollzogen
werden:
Windböen- (oben) und Lufttemperaturverlauf
(unten) an der Wetterstation Neumünster.