Zaubernuss in Neumünster mit einer Schneehaube
Meteorologisch gesehen beginnt der Frühling schon mit dem 1. März, da es aus statistischen Gründen einfacher ist in ganzen Monaten zu rechnen. Aus astronomischer Sicht beginnt der Frühling allerdings am 20. März um 12.43 Uhr, denn dann steht die Sonne am Äquator genau im Zenit, sprich genau über dem Äquator. Seit dem 18. nun sind die Tage wieder länger als die Nächte.
Jetzt könnte man sich fragen, warum Tag und Nacht nicht genau zum Frühlingsanfang gleich lang sind, wo ja auch von Tag-Nacht-Gleiche die Rede ist. Die Begründung ist recht einfach, denn durch die Brechung der Sonnenstrahlen durch die Atmosphäre, sieht man die Sonne bereits jeden Morgen etwas früher als sie in Wahrheit über dem Horizont kommt und sie geht auch abends etwas später unter.
Zurück zum Wetter des Winters: Herausragend sind die Schneetage, das sind Tage mit einer geschlossenen Schneedecke. Dort konnten 22 Tage registriert werden (Dezember: 1 Tag, Januar: 6 Tage, Februar: 15 Tage). Als höchste Schneedecke konnten am 11. und 16. Februar zehn Zentimeter gemessen werden. Die Neuschneesumme, sprich die gefallenen Schneehöhen addiert, beträgt für den Winter 34 Zentimeter (Dezember: 2 cm, Januar: 3 cm, Februar: 29 cm).
Im Vergleich zum letzten Jahr sind das schon sehr winterliche Werte: Winter 2007/08: 3 Schneetage. Aber auch dieses Jahr zeigte sich, dass vor allem der Februar vor allem winterliche Verhältnisse brachte und sich damit der Trend zu späteren Wintern auch dieses Jahr wieder bestätigt wurde.
Bei der Temperatur lag der Winter in etwa im langjährigen Mittel
mit einer positiven Abweichung von lediglich 0,4 °C. Hier die einzelnen
Wintermonate mit ihren Mittelwerten und in Klammern den Abweichungen vom
langjährigen Mittel (1961 - 90):
Dezember: 2,4 °C (+0,8 °C)
Januar: 0,2 °C (+/- 0,0 °C)
Februar: 1,2 °C (+0,4 °C)
Da es relativ wenige Westwindwetterlagen gab, die einerseits mildere
Temperaturen gebracht hätten, aber anderseits auch weniger Niederschlag,
fehlt auch bei der Endabrechnung einiges im Regentopf:
Dezember: 21,8 Liter pro Quadratmeter (27,2 %)
Januar: 23,0 Liter pro Quadratmeter (32,7 %)
Februar: 43,6 Liter pro Quadratmeter (89,9 %)
Damit fehlen am Ende des Winters 110,7 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. Es sind 88,4 Millimeter gefallen, üblich sind jedoch 199,1 Millimeter.
Von der Sonne wurden wir dafür vor allem im Januar überdurchschnittlich
verwöhnt:
Dezember: 29:29 Stunden (122,3 %)
Januar: 60:49 Stunden (188,9 %)
Februar: 50:29 (83,9 %)
Das heißt, dass wir gut 30 % mehr Sonnenschein im Winter bekommen haben, als statistisch "vorgesehen".
Aus den Mitteltemperaturen wird jetzt nicht so deutlich, dass wir einen relativ kalten Winter hatten. Aber es gibt für die Landwirte und sicherlich auch interessant für viele Hobbygärtner eine sogenannte Gründlandtemperatur. Um diese Gründlandtemperatur zu bestimmen, werden ab Jahresbeginn alle positiven mittleren Tagesmittel summiert und im Januar mit dem Faktor 0.5, im Februar mit dem Faktor 0.75 und ab März mit dem Faktor 1 multipliziert. Sobald diese Summe einen Wert von 200 erreicht, spricht man vom Vegetationsbeginn. Aktuell beträgt dieser Wert in Neumünster 157,4 °C, also wurde der Vegetationsbeginn nach diesem Wert noch nicht erreicht.
Der Wert von 200 °C wurde in den letzten Jahren an diesen Tagen
erreicht:
2008: 06.03.
2007: 06.03.
2006: 17.04.
2005: 31.03.
In den letzten beiden Jahren kann man gut den milden Winter erkennen.
Mal sehen, ob sich der Winter jetzt auch noch weiter in das Frühjahr
hereinzieht. In den kommenden Tagen ist zumindest noch kein Durchbruch
zu erkennen.