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Winterchaos in Deutschland
28.11.2005: Kurz vor Beginn des ersten Adventwochenendes
übte der Winter seinen ersten richtigen Angriff der Saison aus und
schlug deutschlandweit für ein paar Tage zu. Dabei war er deutlich
heftiger als die meisten vermutet hatten. Denn ein recht starkes Tief,
das sich von Westen Mitteleuropa näherte, konnte nicht mehr weiter
nach Osten wandern, da ein Vb-Tief den Weg versperrte. So kam es stationär
zu heftigen Niederschlägen, die meist als Schnee runter kamen. Dabei
waren die Schneefälle in Teilen Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens
am Okklusionspunkt des Tiefs extrem stark, was dazu führte, dass in
den betroffenen Gebieten etwa 50 Strommasten wie Streichhölzer umknickten
und die Stromversorung für 200.000 Menschen nicht mehr funktionierte.
Tagelang mussten diese Menschen im Kalten und Dunkeln sitzen. Damit ist
dies der folgenschwerste Stromausfall der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Nur mit Mühe und Not konnte ein Hilfsstromnetz aufgebaut werden, was
zudem noch sehr instabil war. Dass die Strommasten schon bei Schneehöhen
von 20 cm einknickten lag daran, dass der Schnee einerseits sehr nass war
und so die Leitungen extrem belastete und dass zum anderen ein recht starker
Wind wehte, der für Schwingungen der Leitungen sorgte.
Aber auch sonst brach teilweise das Winterchaos aus, weil starke
Schneefälle niedergingen, Eisglätte die Straßen in Rutschpartien
versetzte und als Folge viele Unfälle passierten, Schneeverwehungen
auftraten und es frostig kalt wurde. Der erste Wintereinbruch hatte es
wirklich in sich, doch die Tage nach dem 28. November sollten wieder etwas
milder werden und auf jeden Fall schneeärmer.
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