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17:34 Uhr - Knall mit Folgen
31.05.2006: Schwere Gewitter zogen am Nachmittag des 31. Mais über Nord- und später auch über Mitteldeutschland hinweg. Dabei kam es örtlich zu schwerem Extremwetter, so auch in Neumünster.

© Internetwetter -wissen, wie das Wetter wird- | Gewitterfront im Westen von Neumünster
Gewitterfront im Westen von Neumünster

Um 14 Uhr 30 konnte man in Neumünster bereits im Westen eine schwere Gewitterkette ausmachen, die aus mehreren Cb-Türmen bestand. Da die Gewitterzellen in südlicher Richtung unterwegs waren und nur eine leichte östliche Komponente hatten, konnte man sich schon lange vor Eintreffen der Gewitter auf eine heftige Wetterentwicklung einstellen. Das obige Foto entstand um etwa 15 Uhr 20 im Südosten von Neumünster. Da es sich um eine lange Gewitterkette handelte, die sich zwischenzeitlich vom südlichen Dänemark bis ins nördliche Niedersachen hinzog, hatten die Gewitter auch die entsprechende Ausdauer. Der freundliche Sonne-Wolken-Mix wurde dann um 17 Uhr im Westen und um 17 Uhr 30 im Osten von Neumünster von dicken Gewitterwolken mit mäßigem bis starkem Regen beendet. Dabei kam es zu mehreren heftigen Einschlägen im Stadtgebiet von Neumünster, die nicht folgenlos blieben. So schlug ein Blitz um 17:34 Uhr in ein vierstöckiges Mehrfamilienhaus in der Rendsburger Straße / Ecke Friedrichstraße in der Nähe des Bahnhofs ein. Dabei fing der Dachstuhl des Gebäudes sofort Feuer. Durch den Einschlag sind größere Gesteinsbrocken auf die Friedrichstraße geflogen und haben ein Auto komplett zerstört. Glücklicherweise sind bei dem Einschlag weder Hausbewohner noch Passanten verletzt worden. Das Haus wurde jedoch so in Mitleidenschaft gezogen, dass sofort mit Abriss- und Sicherungsarbeiten begonnen wurde. Unter Einsatz der Drehleiter konnte die Feuerwehr das Feuer bis 19 Uhr 30 löschen. Das Haus ist zunächst nicht mehr bewohnbar. Dieser heftige Einschlag wirkte sich auch auf die nähere Umgebung aus, so wurden einige Ampelanlagen und das Strom-, bzw. Telefonnetz beschädigt und auf dem Bahnhof blieb eine Uhr mit der Zeit von 17 Uhr 34 stehen. Ein weiterer Blitzeinschlag legte die komplette Telefonanlage im Rathaus lahm. Augenzeugen berichteten von einem heftigen Beben während des Einschlags im Rathaus. Zudem sauste ein heftiger Blitz in das Stellwerk Neumünster am alten Güterbahnhof. Dadurch wurde der gesamte Bahnverkehr für rund zwei Stunden rund um Neumünster lahmgelegt. Zwei Züge blieben auf der Strecke Hamburg - Neumünster liegen und konnten ihre Fahrt erst nach einer längeren Wartezeit fortführen. Durch den Ausfall des Stellwerkes funktionierten zudem die Schrankenanlagen im Neumünsteraner Stadtgebiet nicht mehr und verursachten so lange Staus, bevor Bahnmitarbeiter den Verkehr regelten. Ein Schienenersatzverkehr konnte nicht eingerichtet werden.

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