Gewitterfront im Westen von Neumünster
Um 14 Uhr 30 konnte man in Neumünster bereits
im Westen eine schwere Gewitterkette ausmachen, die aus mehreren Cb-Türmen
bestand. Da die Gewitterzellen in südlicher Richtung unterwegs waren
und nur eine leichte östliche Komponente hatten, konnte man sich schon
lange vor Eintreffen der Gewitter auf eine heftige Wetterentwicklung einstellen.
Das obige Foto entstand um etwa 15 Uhr 20 im Südosten von Neumünster.
Da es sich um eine lange Gewitterkette handelte, die sich zwischenzeitlich
vom südlichen Dänemark bis ins nördliche Niedersachen hinzog,
hatten die Gewitter auch die entsprechende Ausdauer. Der freundliche Sonne-Wolken-Mix
wurde dann um 17 Uhr im Westen und um 17 Uhr 30 im Osten von Neumünster
von dicken Gewitterwolken mit mäßigem bis starkem Regen beendet.
Dabei kam es zu mehreren heftigen Einschlägen im Stadtgebiet von Neumünster,
die nicht folgenlos blieben. So schlug ein Blitz um 17:34 Uhr in ein vierstöckiges
Mehrfamilienhaus in der Rendsburger Straße / Ecke Friedrichstraße
in der Nähe des Bahnhofs ein. Dabei fing der Dachstuhl des Gebäudes
sofort Feuer. Durch den Einschlag sind größere Gesteinsbrocken
auf die Friedrichstraße geflogen und haben ein Auto komplett zerstört.
Glücklicherweise sind bei dem Einschlag weder Hausbewohner noch Passanten
verletzt worden. Das Haus wurde jedoch so in Mitleidenschaft gezogen, dass
sofort mit Abriss- und Sicherungsarbeiten begonnen wurde. Unter Einsatz
der Drehleiter konnte die Feuerwehr das Feuer bis 19 Uhr 30 löschen.
Das Haus ist zunächst nicht mehr bewohnbar. Dieser heftige Einschlag
wirkte sich auch auf die nähere Umgebung aus, so wurden einige Ampelanlagen
und das Strom-, bzw. Telefonnetz beschädigt und auf dem Bahnhof blieb
eine Uhr mit der Zeit von 17 Uhr 34 stehen. Ein weiterer Blitzeinschlag
legte die komplette Telefonanlage im Rathaus lahm. Augenzeugen berichteten
von einem heftigen Beben während des Einschlags im Rathaus. Zudem
sauste ein heftiger Blitz in das Stellwerk Neumünster am alten Güterbahnhof.
Dadurch wurde der gesamte Bahnverkehr für rund zwei Stunden rund um
Neumünster lahmgelegt. Zwei Züge blieben auf der Strecke Hamburg
- Neumünster liegen und konnten ihre Fahrt erst nach einer längeren
Wartezeit fortführen. Durch den Ausfall des Stellwerkes funktionierten
zudem die Schrankenanlagen im Neumünsteraner Stadtgebiet nicht mehr
und verursachten so lange Staus, bevor Bahnmitarbeiter den Verkehr regelten.
Ein Schienenersatzverkehr konnte nicht eingerichtet werden.